Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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Ortsgemeinschaft KKV HANSA Münster

"Abend am Kamin" mit der Bundestagsabgeordneten Sybille Benning

Sybille_Benning

Am 16. September 2015 versammelten sich etwa 25 HanseatInnen und Gäste um den großen Kamin im Gräftenhof des Mühlenhofmuseums, um sich mit der münsterschen CDU-Bundestagsabgeordneten Sybille Benning zu treffen, ihr Fragen zu stellen und sich über ihre Arbeit in Berlin und in ihrem Wahlkreis berichten zu lassen.Benning_am_Kamin_1
In seiner Begrüßung stellte der Vorsitzende Norbert Zumbrägel dem Gast zunächst kurz den KKV im Allgemeinen und den KKV Hansa Münster im Besonderen vor. Danach gab er den Zuhörern einen Überblick über die Biografie und politische Karriere des Gastes. Sie bedankte sich für den freundlichen Empfang und gleich zu Beginn gelang es ihr durch ihre persönliche Art eine Gesprächsatmosphäre zu erzeugen, in der sich die Zuhörer wohl fühlten und keine Scheu hatten, Fragen zu stellen. Sie war nach eigener Aussage ohne festes Konzept oder gar vorgefertigtes Manuskript angetreten und wollte zu dem sprechen, was ihre Zuhörer interessierte.
Natürlich kamen dann auch gleich Fragen dazu, was denn ihre Arbeit in Berlin für Münster ganz speziell bewirke. Hier konnte sie ganz konkret damit punkten, dass Geld für den Ausbau der Umgehungsstraße zur Verfügung gestellt wurde und Integrationskurse bei der Handwerkskammer eingerichtet und finanziert werden. Der Bitte, doch einmal ganz allgemein von ihren ersten Eindrücken im Bundestag und ihrem Arbeitsalltag in Berlin und ihrem Wahlkreis in Münster zu berichten, kam sie gern und sehr detailliert nach.


So musste sie als Kuriosum bei ihrer Ankunft in Berlin feststellen, dass sie die erste Landschaftsgärtnerin im Bundestag ist und dass generell die Gruppe der Unternehmer unterrepräsentiert ist. Um in der neuen Umgebung schneller Kontakte zu knüpfen, bildete sie eine Münsterlandrunde mit den Abgeordneten der benachbarten Wahlkreise. Nachdem sich ihr Vorgänger aus Münster, Ruprecht Polenz, als Außenpolitiker profiliert hatte, will Frau Benning diesen Pfad nicht weiter beschreiten. Sie interessiert sich besonders für Bildung und Forschung, wie es beim Forschungsstandort Münster naheliegt, und für Ausbildung, womit sie als Unternehmerin auch in ihrem beruflichen Alltag befasst ist. Es lag daher nahe, Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung, Technologiefolgenabschätzung und Klimapolitik zu werden. Ihren Schwerpunkt setzt sie hier bei der MINT-Ausbildung. (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik.) So initiierte sie eine „Roadmap“ zur Vernetzung der vielen Ausbildungsträger auf diesem Gebiet.
Benning_am_Kamin_2Die berufliche Ausbildung liegt ihr besonders am Herzen. Der Bachelor-Abschluss muss allgemein anerkannt werden, das Meister-BAFöG ist ein wichtiges Element ihrer Arbeit. Sie arbeitet mit Kollegen daran, die föderalistische Zersplitterung der Bildungslandschaft zu überwinden. Hin und wieder nannte sie auch konkrete Zahlen, wie etwa die 1,7 Milliarden EURO, die der Bund den Ländern zur Schaffung neuer Hochschulstellen zur Verfügung gestellt hat. Frau Benning ist außerdem Berichterstatterin für die sogenannten „Deutschlandstipendien“, die zur einkommensunabhängigen Förderung von Studenten ausgelobt werden. Diese Förderung ist abhängig von den Leistungen der zu Fördernden im Studium, bezieht aber auch das Engagement auf anderen Ebenen ein.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Ausführungen war die frühkindliche Bildung im Kontext der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zu diesem Thema hat Sybille Benning auch besonders viele persönliche Erfahrungen beizutragen. Trotz vieler Fortschritte sieht sie noch weiteren Handlungsbedarf. Sie machte in ihren Ausführungen deutlich, dass gerade der Beruf der Erzieherin in einem grundlegenden Wandlungsprozess begriffen ist.
Nach zwei(!) Stunden schließlich war der Vorsitzende der Meinung, dass wir Frau Benning danken und die Veranstaltung beenden sollten, obwohl es immer noch eine „letzte“ Frage gab. Auch danach wurde der Gast von interessierten Zuhörern umringt und beantwortete bereitwillig Fragen und Anregungen. Frau Benning zeigte viel rhetorischem Schwung und Charme und eine bewundernswerte Resistenz gegen den manchmal vom offenen Kamin aufsteigenden Rauch, so dass dieser Abend von allen Teilnehmern als gelungen und als Gewinn bezeichnet wurde. Er hätte eine größere Resonanz verdient gehabt.Benning_am_Kamin_3