Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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Ortsgemeinschaft KKV HANSA Münster

Vom „Mazzer“ zum „Mu-Fu-Mann“: Der KKV Hansa Münster besucht das WDR-Studio Münster

Ein Bericht mit Fotos von Dieter Spevak

Am 24. Juni und 8. Juli 2015 besichtigten insgesamt 34 Mitglieder des KKV Hansa Münster das WDR-Studio an der Mondstraße. Nach einem guten Mittagessen in der Kantine wurde die Gruppe im Foyer des Studiogebäudes von der Redakteurin Britta Röse freundlich begrüßt und auf das Besichtigungsprogramm eingestimmt. Erste Informationen über den WDR und das Studio Münster bereiteten uns allgemein auf das vor, was uns dann in den einzelnen Stationen in höchst detaillierter Form dargeboten wurde.

Frau Röse übergab dann an ihre Kollegin Erdmute Haug-Jurisch aus der Hörfunktechnik, die uns dann für die nächste gute Stunde in die Geheimnisse eines modernen Hörfunkstudios einweihte und die Entwicklung aufzeichnete, die durch die Digitalisierung aller Vorgänge einer wahren Revolution glich. Frau Haug-Jurisch versäumte es aber auch nicht, darauf hinzuweisen, dass bei manchen Produktionen, wie etwa Hörspielen, immer noch die gute alte Geräuscherzeugungstechnologie zum Einsatz kommt, wie wir uns in manchen Ecken des Studios von der Existenz ihrer Utensilien überzeugen konnten. Uns, den Rundfunkhörern, war es natürlich ein besonderes Erlebnis, die Studios zu inspizieren, in denen die uns so vertrauten Sendungen produziert und in den Äther geschickt werden. Die Besuchergruppe im Juli hatte sogar die Gelegenheit, Götz Alsmann bei der Aufnahme einer seiner Radiosendungen zu beobachten.

Nach einer guten Stunde reichte uns dann die Hörfunktechnikerin an ihren Kollegen Torsten Wermeling von der Fernsehtechnik weiter. Hier erwartete uns noch einmal ein wahrer Schwall an technischem Insiderwissen auf allen Ebenen des Fernsehschaffens im WDR-Studio Münster. Zunächst hielten wir uns geraume Zeit in dem Studio auf, aus dem tägliche die „Aktuelle Stunde“ für das Münsterland gesendet wird. Wir fühlten uns ein wenig wie Claudia Maschner, Jeannette Kuhn oder Hendrik Schulte, die uns so vertrauten Moderatoren unserer lokalen Fernsehsendung um 19.30 Uhr täglich. Wir standen vor dem bekannten Panoramabild von Münster, an dem Tisch, an dem die Live-Interviews gemacht werden und erlebten hautnah die Kameras in Aktion, die auch bei der Sendung in Betrieb sind. Wir sahen in den Objektivschächten den Moderationstext über den Teleprompter laufen und sofort kam die Frage auf, wo denn das Objektiv der Kamera sei. Herr Wermeling klappte die Scheibe des Teleprompters herunter und dahinter kam das Objektiv der Kamera zum Vorschein. Der Text wird vom Teleprompter auf eine einseitig transparente Scheibe gespiegelt, so dass der Moderator beim Ablesen gezwungen ist, in die Kamera zu schauen.

Aus dem Studio führte uns Herr Wermeling dann in den Regieraum und wir Besucher kamen angesichts der überwältigenden Zahl an Monitoren, Reglern, Drehknöpfen, Schiebern und was es sonst noch an technischen Zutaten bei der digitalisierten Fernsehübertragung gibt, aus dem Staunen nicht heraus. Unser Experte jonglierte mit Begriffen genauso souverän wie mit den Knöpfen an den zahlreichen Pulten. Hier soll auch die Auflösung der etwas kryptischen Bezeichnungen in der Überschrift des Berichtes erfolgen. Die beiden Begriffe symbolisieren den Fortschritt, den die Fernsehtechnik im Laufe der Entwicklung vom analogen zum digitalen Verfahren genommen hat. Der Mazzer war für den sekundengenauen Einsatz der Tonträger (MAZ=Magnetaufzeichnung) verantwortlich. Diese Bänder gibt es noch im Archiv, und auch die Tonbandmaschinen sind noch vorhanden, kommen aber nur noch sehr selten zum Einsatz. Die Rolle dieses „Mazzers“ hat heute der „Mu-Fu-Mann“ (Multi-Funktions-Mann)übernommen, der mehrere Funktionen hat. Seine Aufgabe ist manuell sehr viel weniger aufwendig, dafür aber funktional sehr viel wichtiger geworden. Herrn Wermeling ist es durch seine humorvolle, aber auch sehr geschickte Art der Präsentation gelungen, unser kindliches Staunen ob all der komplizierten Technik in ein Aha-Erlebnis zu verwandeln. Wir verließen diese Station unseres Besuches mit dem Gefühl, in Zukunft etwas wissender die Fernsehsendungen zu konsumieren.

Schließlich ging es dann noch einmal zurück zu Frau Röse, die uns einige Stunden zuvor so freundlich begrüßt hatte. Wir trafen sie zu einer Tasse Kaffee und einer weiteren Fragerunde im großen Konferenzraum des WDR-Studios, in dem noch die beschrifteten Flipcharts vorheriger Meetings der Redaktions- und Verwaltungs-mitglieder standen und an den Wänden hingen. Frau Röse beantwortete geduldig viele weitere Fragen der Besucher und entließ uns schließlich gegen 17 Uhr, nachdem wir uns ganz herzlich für diesen so interessanten, informativen und anregenden Nachmittag bei ihr bedankt hatten.